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VenusLurch 08.05.09 @ 01:11 gideon

VenusLurch

An jenem Morgen, als ich diesem Lurch auf Augenhöhe gegenüber lag, wusste ich selbst nicht, was ich von mir halten sollte. War ich ein Charakterschwein? Und wenn, war dies nicht irgendwie ein erstrebenswerter Wesenszug, wo ich mich doch jetzt so leicht und glückselig fühlte.
Ich hatte die Situation in dem Lokal einfach ausgenutzt, als mich gestern die Kellnerin im Café Bernhardiner für jemand anderen hielt. Nachdem sie mehrmals an meinen Tisch gekommen war und mich immer wieder besonders freundlich angelächelt hatte, eröffnete sie mir schliesslich den Grund für ihren Bluthochdruck. Sie fragte mich, ob ich denn wirklich der Gitarrist der Seer sei. Lediglich wissend, dass es sich bei den Seern um eine grosse Mannschaft handelt fragte ich neckisch, ob sie den alten oder den jungen meine. Als wäre meine Gegenfrage ein deutliches JA gewesen, schnürte sie den Rahmen der möglichen folgenden Handlungen wesentlich enger: Anstatt wie ein Groupie aufgeregt zu strampeln und nach einem Autogramm zu fragen, überraschte sie mich mit einer ehrlichen Meinung. Sie teilte mir mit, dass sie meine Band scheisse fände, aber auch sie mache für Geld abstumpfende Unterhaltung. Im Kleinen halt. Weil ihr mein Verhalten als Gast sagt, dass hinter den Kulissen alles anders sei, wäre sie bereit sich von mir heute Nacht ausführen zu lassen.
Es war also zum Teil aus einem Missverständnis heraus, aber sicher auch durch meine mir ganz eigene Ausstrahlung (ich muss das so betonten, weil ja sonst nichts in diesem Moment an mir echt war) zu diesem Date gekommen.
Während ich auf ihren Dienstschluss wartete, hatte ich noch oft daran gedacht, ihr die Wahrheit zu sagen. Wenn man lange nichts gegessen hat und den Duft gerösteter Zwiebeln einatmet, überkommt einen ein Gefühl, das mit meinem Zustand in diesem Moment vergleichbar sein dürfte. Man will die Köchin nicht gleich heiraten, aber bevor man nicht satt ist, gibt es keinen Grund sich anzufeinden. Sie kam immer wieder an meinem Tisch vorbei, nahm provokant einen Schluck von dem Glas Rotwein, das sie mir servierte, so als wolle sie mich warm halten. Und das tat sie auch. Ich wollte dann natürlich mit meiner Aufklärung kein kaltes Wasser ins heisse Öl schütten.
Jetzt ist sie gegangen. Zurück bleibe ich hier am Boden in ihrer Wohnung, deren Tür ich einfach ins Schloss fallen lassen soll, wenn ich gehe. Zurück bleibt ihr Körpergeruch auf meiner Haut, die energiebetankt und von der Vormittagssonne partiell beleuchtet nicht abzukühlen droht, während sie sich duscht. Es ist, als könnte ich beobachten, wie die durch die Fensterform bestimmten Lichtquadrate, meinen Körper wie Scheinwerfer abtasten, obwohl sie mich nicht mehr sehen will, wenn sie aus dem Bad kommt. Zurück bleibt der Lurch, der mir gegenüber liegt und mich an ihr dünnes, flauschiges Schamhaar erinnert, das nach warmen Pfirsichblüten roch. Zurück bleibt auch der Gedanke, dass sie vielleicht noch hier wäre, hätte ich ihr gesagt, dass ich nicht der Gitarrist der Seer bin, bevor wir miteinander Sex hatten.

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Sex-Maschin08.05.09 @ 08:02Lola_von_Lurchli

Söltn hot a Sex-Maschin,
wirkli vül im Hirnkastl drin.
Drum is a net vawundalich,
dass sich die Maid dann schlich.

Wal du ihr host ins Dekoltee gestiert,
worn deine Sinne a extrem vawirrt.
Da Routwei hot da ka Kloaheit brocht,
drum hom oll deini Sicharungen krocht.

Nix fir unguat liawa Gideon,
es tuat weh des waas i schon.
Es wor a recht a haase Nocht,
und du host da ins Feistal glocht.

Den Spaß hobts olle beide ghobt,
nur bist holt nou net valoubt.
Drum frog i mi warumst traurig bist,
es locht dia jo a fescha Lurch ins Gsicht.

Nimms sportlich und mit Humor,
wal d'Valiabtheit holt eh net laung vor.
Gfrei di iwa des nächtliche Geschenk,
und loss die Finga vom alkoholischen Getränk!

Wow!11.05.09 @ 10:07herbert

Ich hoffe, sie verschwenden nicht einen einzigen ihrer sensiblen Reime an einen Songtext für die Seer. Das wäre wirklich schade.
HR

So schlimm?13.05.09 @ 14:40Lola_von_Lurchli

In diesen harten Zeiten
der wirtschaftlichen Krise
will ichs nicht bestreiten
dass ich fast verdrieße.

So kann es schnell passieren,
man strauchelt, stolpert, hoppala!
Muss man sich echt genieren
wenn man für die Seer macht blabla?

"Deine Krise ist persönlich"
raunt mir Herbert ins Gesicht.
Er meint es bestimmt versöhnlich,
doch er weiß so vieles nicht.

Der pure Frust, die Langeweile,
spielen abfangen in meinem Kopf.
Und so texte ich und reime,
auch wenn ich häng am Tropf.

trost?14.05.09 @ 10:01karacho

Gnä Frau, Sie brauchen sich doch nicht zu erklären.
Herberts Spitzfindigkeit bringt viele zum Plärren.
Gideon ist ja auch nicht so ehrlich,
sein Lurch sieht aus wie der vorige, ist deshalb entbehrlich.
Den Text hat er abgeschrieben von einem erste Klasse-
Leidenschaftsroman vom Billa an der Kasse.

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